Über Wien

Eine Stadt reich an Künsten und Kulturen

Wien ist auf der ganzen Welt bekannt für seine Kunst und Kultur. Die Stadt wird oft in Verbindung gebracht mit ihren wichtigsten MusikerInnen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen, die der Zeit als außerordentlich fortschrittlich galten.

Österreich schwelgt nicht in Erinnerungen, aber es ist unsere Überzeugung, dass Tradition ein solider Grundstein für die Gestaltung der Zukunft ist. Wir sehen es in unserer Verantwortung, aktiv an der Förderung von Demokratie und dem universellen Respekt vor den Menschenrechten und der Freiheit des Menschen, inklusive der Religions- und Gewissensfreiheit, mitzuwirken. Österreich ist ein Land mit langer Tradition als Ort des internationalen Dialoges. Daher wollen wir weiterhin interkulturelle und interreligiöse Initiativen pflegen, um Stereotypisierungen und Polarisierungen entgegen zu wirken und globalen Frieden und Sicherheit unterstützen.

Eine lange Geschichte der Vielfalt

Als Wien ihren Zenit als internationale Metropole der schönen Künste, der Musik, Philosophie und Wissenschaften am Beginn des 19. Jahrhunderts erreicht hatte, war nur die Hälfte der damaligen Bevölkerung auch tatsächlich dort geboren. Als Hauptstadt eines Reiches, das 15 Nationen und mehr als 50 Millionen Einwohner umfasste, zog sie viele MigrantInnen und mit ihnen eine Vielfalt an Kulturen sowie Sprachen und nebenbei auch unterschiedliches Wissen, Kreativität und Visionen an. Diese multinationale Monarchie ermöglichte einen einzigartigen Austausch und Synergien von und zwischen Kulturen – einen Grundstein einer Lebensart, die wir heute „das Wienerische“ nennen.

Ohne Zuwanderer wäre Wien niemals das geworden, was es heute ist – eine geschichtsträchtige und trotzdem moderne Stadt, die viele Jahre lang als „Hauptstadt mit dem höchsten Lebensstandard“ eingestuft wurde. Ohne MigrantInnen würde Wien nicht nur seine spezifische Kultur fehlen, sondern auch ein nicht geringer Teil seiner ökonomischen Dynamik und sein Potential zu Innovation und Kreativität.

Ein Vorzeigebeispiel im Umgang mit religiösem Pluralismus

Im Zuge der Berliner Konferenz von 1878 integrierte die Österreich-Ungarische Monarchie erstmals eine große muslimische Bevölkerung in sein Gebiet. Die Verantwortlichen reagierten auf diese Herausforderung und schufen den gesetzlichen Rahmen, um die Rechte und Pflichten der neuen Mitglieder zu schützen. So wurde bereits im Jahre 1912 das österreichische Islamgesetz adaptiert.

Darin wurde der Islam als offizielle Religion in Österreich anerkannt und den MuslimInnen Religionsfreiheit zugesprochen. Ihnen wurden die gleichen Rechte wie den anderen Religionsgemeinschaften zuerkannt, inklusive Religionsunterricht in öffentlichen Schulen sowie unabhängige Verwaltung ihrer internen Angelegenheiten und öffentlicher Religionsausübung. Dieses Bemühen, erfolgreich den Status des Islam gesetzlich zu regeln, war damals in Europa das erste seiner Art. Es legte den Grundstein für eine lang anhaltende Partnerschaft zwischen den österreichischen Behörden und der muslimischen Gemeinschaft.

Der muslimischen Gemeinschaft in Österreich sind klar definierte Rechte zugesprochen. Sie ist aber auch gefordert mit den Behörden darin zu kooperieren, eine respektvolle Koexistenz zwischen den Religionen und Kulturen zu ermöglichen. Dieses vor hundert Jahren entstandene österreichische Modell einer Partnerschaft stellt heute eines der erfolgreichsten in ganz Europa dar.

Ein Ort des internationalen Dialoges

Österreich hat, aufgrund seiner Geschichte und geopolitischen Lage, traditioneller Weise immer schon Brücken zwischen West und Ost geschlagen. Wien ist eines der Hauptquartiere der Vereinten Nationen und beherbergt außerdem die IAEA, UNIDO, CTBTO und eine Vielzahl weiterer internationaler Organisationen und Institutionen, darunter die OSCE, OPEC und den OPEC Fund for International Development wie auch die European Union Agency for Fundamental Rights.

Wien war auch der Tagungsort wichtiger internationaler Verhandlungen und entscheidender Gipfeltreffen, die den Lauf der Geschichte änderten. Im Jahre 1993 wurden in der Wiener Erklärung und dem Aktionsprogramm („Vienna Declaration and Programme of Action“) die Menschenrechte nochmals als universell und Maßstabs gebend beteuert und damit die Bedeutung sozialer und kultureller Rechte hervorgehoben. Jüngeren Datums sind österreichische Initiativen zu Friedensgesprächen betreffend die Regionen Westsahara, abgehalten im Sommer 2009 in Dürnstein, und Sudan im November 2010 in Baden und Wien. Der Sinn nach Offenheit, Kooperation und Pragmatismus macht die Stadt zu dem perfekten Ort, um die Grundsätze der Allianz der Zivilisationen der Vereinten Nationen weiter zu entwickeln.

Wofür Österreich steht

Das Wiener Forum konzentriert sich auf die Themen, in denen Österreich durch seine Expertise aktiv beitragen kann, namentlich durch seine regionale Expertise zu Süd-Ost-Europa, der Schwarzmeerregion und dem Südkaukasus, zu Themen der Migration und Integration, dem Islam in Europa, wie auch zu den Menschenrechten.

Während seiner dritten Mitgliedschaft im UN Sicherheitsrat (Jänner 2009 – Dezember 2010) legte Österreich seinen Schwerpunkt auf die Stärkung von Rechtsstaatlichkeit, den Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten und auf die Rolle der Frauen in Konfliktlösungen und im Wiederaufbau.

Zusätzlich ist Österreich momentan (2011-2014) Mitglied des Menschenrechtsrats – dem höchsten UN Forum in Sachen Menschenrechte. In dieser Rolle bemüht sich Österreich, einen Fortschritt in den Kernbereichen zu erreichen, darunter um den Schutz der Religionsfreiheit und von religiösen Minderheiten, die Freiheit der Medien und den Schutz von JournalistInnen, sowie um die Rechte der Kinder zu fördern und sie gegen Gewalt und Ausbeuterei zu schützen.

Außerdem hat Österreich Verantwortung im Exekutivausschuss der UNESCO in den Jahren 2011 bis 2014 übernommen. In Übereinstimmung mit unserer Überzeugung, besonders in Zeiten wachsender globaler Spannungen zwischen religiösen Gruppen, finden wir den Dialog mit und zwischen verschiedenen Kulturen unabdingbar für Frieden und Sicherheit. Deshalb legen wir besonderen Wert und konzentrieren uns auf interkulturellen und interreligiösen Dialog.

Schließlich wurde Österreich dazu außerwählt, das Internationale Zentrum für Interreligiösen und interkulturellen Dialog (International Centre of Interreligious and Intercultural Dialogue, CIID) zu beherbergen, das offiziell im November 2012 eröffnet wurde. Diese neue internationale Organisation, gegründet von Saudi Arabien, Spanien und Österreich, wird einen prominenten Treffpunkt federführender ReligionsvertreterInnen darstellen, um Dialog und Austausch zu fördern.